Einstiegskurs 2001
Tag 1 - Die Ankunft
Freitag, 13.4.2001 – Bühl Bahnhof. Wir sind gerade angekommen. Keiner von uns fünf Urloffern, den zwei schon wartenden Pfadis aus Achern und den vier bald eintrudelnden Bühler wusste was ihn in den nächsten 4 Tagen erwartet, denn der Ablauf des Einstiegskurses war ein fast so gute gehütetes Geheimnis wie das Colaoriginalrezept.......
Nach einigem Warten brachten uns zwei Lakaien den ersten Hinweis, nachdem wir zu Spiel und Trank in die alte Post begeben sollten. Dort angekommen versuchten wir durch allgemeine Fragen zu den Pfadfindern den nächsten Anlaufpunkt zu finden, während wir uns ein Glas Sekt schmecken ließen.
Das Rätsel war bald gelöst, „Otts Huett“ war das Ziel.
Zur Stärkung besuchte die Gruppe das Kebab - House das "zufällig" auf dem Weg lag.
Als der „Hüttenvater“ uns nach einem gemeinsam gesungenen Lied einließ und uns mit seinem selbstgebrannten Wurzelschnaps begrüßte, machten wir es uns ums Lagerfeuer gemütlich. Auch hier erwartete uns eine Aufgabe - Ein Lied für den nächsten Tag musste gedichtet werden.
"In Bühl am Bahnhof fing es an,
es warn 3 Mädels und 8 Mann.
Keiner wusste wohin's geht,
bis wir laßen was auf dem Zettel steht.
Mit dem Gepäck ging's auf zur Post,
es gab Sekt wir sagten Prost.
Das Rätsel war kein Problem,
so konnten wir bald weiter geh'n.
Oberweier war unser Ziel,
der Weg war für uns ein Kinderspiel.
Das Lied zu singen war nicht schwer,
zur Belohnung gabs Blutwurzlikör."
Ein paar Stunden und ein paar Bier später, legte man sich zur ersten Nacht schlafen ...
Tag 2 - Pfadfinder unterwegs !
Nach einer bitterkalten Nacht die auch noch durch extrem spaßige Scherze des „Herbergsvaters“ unterbrochen wurde (Wecken zum Frühstück um vier Uhr Nachts) wurden wir um halb acht durch Gitarrenklänge geweckt und bekamen nun endlich die Organisatoren des Kurses zu sehen.
Nach einem kühlen Frühstück (der Kaffee gefror fast in der Tasse) und einer ebenso kühlen Morgenrunde, wurde das nächste Ziel verraten: der Pfadiplatz in Urloffen. Also machten wir uns auf, um den nächsten Zug nach Urloffen zu erreichen.
Hier trugen wir zuerst unser selbstgedichtetes Lied vor.
Danach lernten wir anhand eines Fallbeispiels die Regeln die beim erklären und durchführen eines Spiels in der Gruppe nötig sind, bereiteten selber Spiele vor und führten sie in der Gruppe durch.
Bald stellte sich uns eine neue Aufgabe : Es galt beim Mittagessen die Nudeln und Wurststückchen in der Suppe zu finden. Obwohl sich dies als beinahe unmöglich erwies durften wir mit dem Programm fortfahren.
Unser Weg sollte uns mit dem Linienbus weiter nach Offenburg führen, wo wir nach einem Zwischenstop in der Eisdiele das alte Wasserwerk, das Vereinsheim der Konradiner Pfadfinder erreichten.
Nachdem wir dort angekommen, und uns erst mal umgesehen hatten, gab uns Andi einen Einblick in die Rechtlichen Fragen und Tücken des Leiterlebens.
Die Pizza die es zum Abendessen gab, entschädigte uns für die kalte Nacht zuvor und übertraf sogar noch die Suppe vom Mittagessen....
Zum Abschluss des Tages wurde unsere Kreativität noch mal bei einigen theatralischen Aufgaben gefordert, was in einem kleinen Improvisationsstück endete.
Tag 3 - Zu viel Regen ...
Wie wir schon erfahren hatten, sollte die 4. Station des Kurses eigentlich in Gengenbach liegen, doch da das Wetter nichts als Regen und Sturm brachte (sogar die Raucher trauten sich nur in dicker Schutzkleidung nach draußen), entschloss man nach dem Frühstück einen Tag länger in Offenburg zu bleiben.
Dies brachte uns erst einmal eine kleine Pause, die zum Ausruhen oder zu mehr oder weniger sinnvollen Tätigkeiten genutzt wurde.
Zur Einstimmung in den Tag hielt der Kurat aus Nordrach eine kleine Messe, in der er uns zeigte, wie Kirche auch anders und jugendgerechter aussehen könnte.
Weiter ging’s im Programm mit Basteln. Aus einer Menge Materialien sollte etwas kreatives gebaut werden. Das Thema war bald klar – ein Pfadfinder sollte es werden. Wir teilten uns in Kleingruppen für die Verschiedenen Teile und legten los. Nach einiger Zeit zeigte sich an den lackierten Fingernägel und den langen Haaren, dass es wohl doch eher eine Pfadfinderin werden sollte, und nach vier Stunden war unser Werk dann fertig.
Das Problem war nur : Wie sollte sie heißen ? Es gab verschiedene Vorschläge von B.P Langstrumpf bis zu Boldi – Die Entscheidung wurde über der Diskussion dann anscheinend vergessen ...
Obwohl bei vielen nun der Magen zu knurren begann, erörterten wir vor dem Essen noch die Regeln die zu einer geordneten Diskussion notwendig waren.
Die restliche Zeit bis zum Abendessen verbrachten wir mit Loblieder auf Burstens Wurst, also der Wurst vom Burst, die man schon aus der Küche bruzeln hörte, welche wir uns dann auch bald schmecken lassen konnten.
Nun sollte anhand von Problemen des Alltags die Pfadfinderpädagogik erörtert werden. Nachdem wir alle zuvor gefundenen Gesprächsregeln über Bord warfen klappte auch dies und wir fanden eine beachtliche Liste von möglichen Lösungen.
Zum Abschluss des Tages taten wir uns mit massieren und singen noch etwas Gutes und legten uns dann zum letzten Mal schlafen.
Tag 4 - Die Rückkehr
Auch an diesem Morgen war das Wetter nicht besser und das Leitungsteam beschloss auch heute nicht nach Gengenbach zu fahren. Langweile kam natürlich trotzdem nicht auf, da wir noch das ganze Haus zu putzen hatten.
Doch auch das war bald erledigt.
In der Reflektion konnte nun jeder zeigen was ihm an diesen vier Tagen besonders gut oder nicht so gut gefallen hatte.
Jeder Teilnehmer erhielt nun noch einen Mappe in der alle Ergebnisse noch einmal zusammengefasst waren, und so ging auch dieser "etwas andere" Einstiegskurs zu Ende.